Histamin-Intoleranz (HIT)
Ein Glas Rotwein, ein Stück gereifter Käse, eine Tomatensauce – und kurz darauf: Hautrötung, Herzklopfen, Kopfschmerzen oder Bauchkrämpfe? Wer eine Histaminintoleranz hat, verträgt scheinbar „gesundes“ Essen plötzlich nicht mehr und rätselt oft jahrelang, was dahintersteckt – denn die Reaktionen kommen mal sofort, mal erst Stunden später.
Histaminintoleranz: Symptome
Betroffene können Histamin im Körper nicht richtig abbauen und leiden – sofort oder mehrere Stunden nach dem Essen – unter Juckreiz, Hautrötungen, Nesselsucht, Herpes, Kopfschmerzen, Bauchkrämpfen, Durchfällen, Übelkeit, Schwindel und Herzrasen. Denn Histamin dient als Entzündungsmediator: Es kann Entzündungsreaktionen verstärken oder regulieren und ist in fast allen Geweben des Körpers zu finden.
Wichtig: Atemnot, Schwellungen im Hals oder Kreislaufprobleme gehören nicht zum typischen Bild einer Histaminintoleranz – bei solchen Beschwerden wählen Sie bitte sofort den Notruf 112. Und bevor man von einer Histaminintoleranz ausgeht, sollten Allergien und andere Ursachen ärztlich abgeklärt werden: Die Beschwerden können auch andere Erkrankungen haben, etwa eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Mastzellerkrankung.
Auch psychische Symptome werden beschrieben: Vor allem Stress in Kombination mit histaminreicher Ernährung kann mit Stimmungsschwankungen, innerer Unruhe, Migräne und Konzentrationsstörungen einhergehen. Die Zusammenhänge sind wissenschaftlich allerdings nicht abschließend geklärt.
Zwei Beobachtungen aus der Praxis: Kaffee wird von vielen Betroffenen schlecht vertragen – diskutiert wird, dass Koffein die Diaminoxidase (DAO) hemmt, also genau das Enzym, das Histamin abbaut. Und Zartbitter-Schokolade wird wegen des hohen Kakaoanteils oft schlechter vertragen als Vollmilch-Schokolade.
Diese Lebensmittel sollten Sie in der Testphase meiden
Die folgende Liste ist als Testphase über etwa zwei Wochen gedacht, nicht als Dauerernährung – danach erweitern wir Schritt für Schritt wieder, um Ihre persönliche Verträglichkeitsgrenze zu finden:
- konservierte Lebensmittel wie Fertigprodukte und Konserven
- geräucherter Fisch, Thunfisch und Meeresfrüchte sowie Fisch, der nicht durchgehend gekühlt war
- rohes, geräuchertes oder luftgetrocknetes Fleisch (z. B. Schinken, Salami)
- mehrere Monate gereifter Käse (z. B. Brie, Camembert, Emmentaler, Parmesan)
- Sauerkraut (milchsauer vergorenes Gemüse), eingelegtes Gemüse (Gurken, Zwiebeln, Rote Beete), Essig
- Sojaprodukte (z. B. Sojabohnen, Sojasauce, Keime und Sprossen)
- Weizenprodukte, Brot mit Hefeteig
- überreifes Obst, Zitrusfrüchte
- Nüsse
- Tomaten, Spinat, Auberginen
- Bitter-Schokolade, Nougat, Marzipan
- Marmelade, Erdnusscreme
- Alkohol, obergärige Biere, Rotwein, Sekt
Was im Alltag hilft
Viel trinken und frisch kochen. Vitamin B6 ist ein Baustein der DAO – über Dosis und Dauer sprechen wir individuell, denn dauerhaft hoch dosiertes B6 kann Nebenwirkungen haben. Zur Unterstützung Ihres Immunsystems kommen Vitamin C und D, Zink und Selen infrage (sofern verträglich und resorbierbar); ob bei Ihnen tatsächlich ein Mangel vorliegt, klärt eine ärztliche Blutuntersuchung.
Histamin bei Allergien
Allergien sind immer eine Überreaktion des Immunsystems, das harmlose Stoffe (Allergene) als gefährlich einstuft. Sobald das passiert, springt eine Kaskade von Reaktionen an, die übermäßig Histamin freisetzt. Allergien und Histaminintoleranz verstärken sich deshalb oft gegenseitig – und da das abbauende Enzym DAO im Dünndarm gebildet wird, gehört auch die Darmgesundheit auf den Prüfstand.
Histaminintoleranz behandeln – mein Ansatz
In erster Linie: die oben genannten Lebensmittel für die Dauer der Testphase meiden, möglichst frisch kochen und aufgewärmte Mahlzeiten vermeiden – bei der alltagstauglichen Umsetzung unterstützt Sie meine Ernährungsberatung. Über den kinesiologischen Muskeltest teste ich aus, worauf Ihr Körper reagiert; bei Babys und Kindern über die Surrogattestung (Testung über Mutter oder Vater). Die Austestung ist ein naturheilkundliches Verfahren und ersetzt die ärztliche Diagnostik nicht. Darauf aufbauend behandle ich in meiner Praxis in München-Schwabing mit der NAET-Behandlung, der Bioresonanztherapie und der klassischen Homöopathie. Klingt das interessant für Sie? Dann melden Sie sich – ich freue mich auf Ihren Anruf.
Bei Histaminintoleranz ist die Karenz nur der erste Schritt. Wer zusätzlich Darm, Allergene und Stress in den Blick nimmt, verbessert oft auch die Verträglichkeit.