Sonnenallergie
Endlich Sonne – und statt Urlaubsfreude kommen Juckreiz, rote Flecken und Bläschen: Wer zu Sonnenallergie neigt, kennt die Anspannung vor den ersten warmen Tagen und plant Frühling und Urlaub um die eigene Haut herum. „Sonnenallergie“ ist dabei ein Sammelbegriff für verschiedene Hautreaktionen auf Sonnenlicht – die häufigsten Formen stelle ich Ihnen hier vor, mit dem, was akut hilft, und dem, was sich langfristig tun lässt.
Sonnenallergie – was tun im akuten Fall?
Raus aus der Sonne, die Haut kühlen – und beruhigen: Bewährt haben sich Quark-Umschläge (Quark, Buttermilch oder Joghurt wirken entzündungshemmend, kühlen und lindern den Juckreiz). Streichen Sie dazu Quark fingerdick auf ein sauberes Baumwolltuch oder in Frischhaltefolie und legen Sie den Wickel für 20 bis 40 Minuten auf die betroffene Haut; sobald er trocken ist, abnehmen. Wichtig: nur auf intakter Haut anwenden – nicht auf offenen Stellen oder Blasen. Bei heftigen Reaktionen mit Kreislaufbeschwerden oder großflächigen Blasen gehört die Haut in ärztliche Behandlung.
Sonnenallergie ist nicht gleich Sonnenallergie: Von der Mallorca-Akne über die polymorphe Lichtdermatose bis zu phototoxischen und medikamentenbedingten Reaktionen hat jede Form ihre eigenen Auslöser – und verdient eine eigene Antwort.
Mallorca-Akne (Acne aestivalis)
Die häufigste Ursache der Mallorca-Akne ist der Gebrauch fetthaltiger Sonnencreme in Kombination mit UV-A-Strahlung – Auslöser sind meist die Emulgatoren in der Creme. Betroffen sind vor allem junge Menschen mit eher fettiger Haut. Typisch sind stark juckende Knötchen (Papeln) an Stellen, wo die Haut öliger ist: Rücken, Schultern, Arme, Dekolleté. Anders als bei einer echten Akne fehlen dabei Mitesser und Pusteln – genau daran lässt sich die Mallorca-Akne unterscheiden. Sie zeigt sich meist im Frühling und Sommer und heilt nach Wochen bis Monaten ab – kann sich bei erneuter Sonne aber wiederholen.
Das können Sie tun
Setzen Sie sich der Sonne nur begrenzt aus und verzichten Sie auf ölige, fetthaltige Sonnenschutzmittel – am besten geeignet sind emulgator- und fettfreie Gele mit hohem Lichtschutzfaktor. Unterstützend: Schwarzkümmelöl-Kapseln (der Wirkstoff Thymochinon wirkt keimtötend und entzündungshemmend) und Mongolischer Tragant in Kapselform. Essentiell sind außerdem Zink, Selen, Vitamin D, Magnesium und Omega-3-Fettsäuren.
Polymorphe Lichtdermatose (PLD)
Die polymorphe Lichtdermatose ist die klassische „Sonnenallergie“: 10 bis 20 Prozent der Menschen in Mitteleuropa sind betroffen, vor allem hellhäutige Personen und Frauen, auffällig oft Menschen mit Misch- oder trockener Haut. Verantwortlich ist vor allem die UV-A-Strahlung; warum die Reaktion entsteht, ist bis heute nicht abschließend geklärt. An sonnenexponierten Stellen wie Dekolleté, Schultern und Nacken zeigen sich – oft erst nach 24 bis 48 Stunden – stark juckende, fleckige Rötungen, Bläschen, Knötchen oder Quaddeln mit Schwellungen. Ohne weitere Sonne verschwinden die Symptome nach einigen Tagen von selbst.
Das können Sie tun
Das Wichtigste ist die langsame Lichtgewöhnung zu Beginn der sonnenreichen Jahreszeit (und Schutzkleidung!). Verwenden Sie hochwertige Sonnencreme ab Lichtschutzfaktor 30, die gegen UV-A und UV-B schützt. Bewährt hat sich zudem, ein bis zwei Wochen vor Urlaubsbeginn mit Antioxidantien (Vitamin C, Vitamin E) zu beginnen und zwei bis vier Wochen vorher mit Betacarotin (Provitamin A) – dazu Calcium. Betacarotin in Kapselform ist allerdings nichts für Raucherinnen und Raucher: In Studien zeigte sich hier ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko. Homöopathische Mittel können z. B. Natrium muriaticum oder Rhus toxicodendron sein; welche Unterstützung zu Ihnen passt, kläre ich gern individuell mit Ihnen.
Ein Hinweis, der mir wichtig ist: Bleiben die Hautveränderungen dauerhaft bestehen, heilen sie narbig ab oder kommen Gelenkschmerzen, Fieber und Abgeschlagenheit dazu, gehört das hautärztlich abgeklärt – dahinter können andere Erkrankungen stecken, die eine gezielte Diagnostik brauchen.
Phototoxische Reaktion (Wiesengräserdermatitis)
Gerade bei Kindern sieht man öfter phototoxische Hautreaktionen, meist an Beinen und Armen: brandblasenartige Rötungen und mit Flüssigkeit gefüllte Blasen. Auslöser ist der Kontakt mit bestimmten Pflanzen – Riesenbärenklau (Herkulesstaude), Bärenklau, Engelwurz, Pastinake, Petersilie, Sellerie, Meisterwurz oder einfachen Gräsern – bei gleichzeitiger UV-A-Bestrahlung. Besondere Vorsicht beim Riesenbärenklau: Sein Saft kann in Verbindung mit Sonnenlicht schwere, verbrennungsartige Hautschäden verursachen. Auffällig: Nach dem Abheilen bleibt oft eine starke Pigmentierung zurück. Meiden Sie die genannten Pflanzen in Verbindung mit Sonne; zur Linderung eignen sich kühlende Brandgele, homöopathisch können Cantharis oder Rhus toxicodendron passen. Ausgeprägte Blasen gehören in ärztliche Behandlung.
Photoallergische und arzneimittelbedingte Lichtreaktionen
Nicht immer ist die Sonne allein schuld: Manche Medikamente machen die Haut lichtempfindlich – dazu zählen unter anderem bestimmte Antibiotika, Entwässerungstabletten und Schmerzmittel; auch pflanzliche Mittel wie Johanniskraut können diesen Effekt haben. Die Haut reagiert dann schon auf Sonnenmengen, die sie sonst gut verträgt. Wenn Ihre Beschwerden zeitlich zu einem neuen Medikament passen, lohnt ein Blick in den Beipackzettel – und das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bitte setzen Sie verordnete Medikamente niemals eigenmächtig ab.
Sonnenallergie ganzheitlich behandeln
Wenn Ihre Haut Jahr für Jahr auf die Sonne reagiert, lohnt der Blick auf das Gesamtbild: Mit einer Austestung suche ich nach Belastungen und Unverträglichkeiten, die Ihre Haut zusätzlich reizen, und stärke Ihre Konstitution mit der klassischen Homöopathie und der Bioresonanztherapie. Sie möchten den nächsten Sommer entspannter erleben? Dann melden Sie sich am besten schon im Frühjahr – ich freue mich auf Ihren Anruf.